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Zum Geschäftsjahr 2004

Erich Walser - Präsident des Verwaltungsrates und CEO (Foto)

Sehr geehrte Damen und Herren

Die Helvetia Patria Gruppe hat im vergangenen Jahr einen Reingewinn nach Steuern von CHF 158.7 Mio. erzielt und konnte damit das bereits sehr gute Vorjahr um CHF 66.3 Mio. oder 71.8 Prozent übertreffen. Zu diesem ausgezeichneten Ergebnis haben sämtliche Gruppengesellschaften beigetragen. Unsere ertragsorientierte Strategie bewährt sich, und das Umfeld hat sich in einigen Märkten verbessert.
Der grösste Gewinnbeitrag stammt aus dem Nicht-Lebengeschäft, das vor Steuern CHF 142.8 Mio. (+8.2 Prozent) zum Gesamtresultat beitrug. Einmal mehr konnten wir auf unsere hervorragende Portefeuillequalität zählen. Dieses ausgezeichnete Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als aufgrund des guten Schadenverlaufs lokal zusätzliche Schwankungsrückstellungen von CHF 35.3 Mio. gebildet wurden.

Die Lebenbranche profitierte einerseits von besseren Rahmenbedingungen im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz, andererseits von den im Vorjahr eingeleiteten Sanierungsmassnahmen. Mit einem Spartenergebnis von CHF 38.4 Mio. vor Steuern
(+29.8 Prozent) konnten bedeutende Fortschritte erzielt werden. Dieses Resultat enthält einerseits um CHF 20.9 Mio. angestiegene Aufwendungen für Überschussbeteiligung, andererseits wurden die zur Berechnung des Deckungskapitals verwendeten Zinssätze, wo notwendig, den veränderten Kapitalmarktverhältnissen angepasst. Schliesslich erfolgte eine weitere Stärkung der technischen Rückstellungen infolge Vorwegnahme des unter den International Financial Reporting Standards (IFRS) notwendigen «Liability Adequacy Test». Teils kommen diese Massnahmen in einer zusätzlichen Dotierung des Deckungskapitals zum Ausdruck. Teils finden sie sich in den Aufwendungen für übrige versicherungstechnische Rückstellungen, die im Vorjahresvergleich um CHF 43.5 Mio. ansteigen. Alle diese Massnahmen werden zukünftige Belastungen tendenziell reduzieren.

Das Anlageergebnis vor Abzug der technischen Zinsen fällt gegenüber dem Vorjahr mit CHF 972.8 Mio. rund CHF 105.1 Mio. tiefer aus. Dieser Rückgang ist einerseits auf geringere ordentliche Erträge und andererseits auf höhere Abschreibungen auf den Kapitalanlagen zurückzuführen. Der Beitrag des Anlagegeschäfts nach Abzug technischer Zinsen an das Gruppenergebnis reduziert sich von CHF 142.8 Mio. (2003) auf CHF 23 Mio. (2004) vor
Steuern. Der Beitrag der gesamten nicht-versicherungstechnischen Rechnung beläuft sich auf CHF 27 Mio.

Aufgrund dieses erfreulichen Unternehmensergebnisses wird der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende um CHF 1.50 auf CHF 5.50 pro Aktie beantragt. Dies entspricht einer Erhöhung um 37.5 Prozent.

Kompetitives Nicht-Lebengeschäft
Das Prämienvolumen entwickelte sich je nach Geschäftssparte unterschiedlich. Während die Einnahmen bei den direkten Nicht-Lebenversicherungen um 1.8 Prozent auf CHF 2.2 Mia. stiegen, gingen sie in der Lebensparte um 19.9 Prozent auf CHF 2.5 Mia. zurück. Verantwortlich für diese Entwicklung war das schweizerische Lebengeschäft, das für die Anleger infolge des tiefen Zinsniveaus weniger attraktiv erscheint. Das Kollektiv-Lebengeschäft in der Schweiz blieb von einer zurückhaltenden Zeichnungspolitik geprägt, so dass sich die Prämien auf CHF 1.4 Mia. reduzierten, was einer Abnahme um 24.5 Prozent entspricht. Insgesamt sank das Prämienvolumen über sämtliche Geschäftssparten hinweg auf CHF 5.1 Mia. (–5.3 Prozent).
Im Gegensatz zum Wachstum hat sich das Ergebnis im schweizerischen Pensionskassengeschäft (BVG) im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Einerseits senkte der Bundesrat den garantierten Mindestzins von 3.25 auf 2.25 Prozent, andererseits trugen auch interne Massnahmen wie eine Erhöhung der Prämien, eine strikte Aufgliederung des Geschäfts mit unterschiedlichen Konditionen sowie Kostensenkungen zu einer verbesserten Situation bei. Unbefriedigend sind nach wie vor der viel zu hohe Umwandlungssatz im obligatorischen Bereich sowie das Fehlen einer verlässlichen Formel zur jährlichen Berechnung des Mindestzinses. Trotzdem stehen wir zu diesem auch volkswirtschaftlich wichtigen Geschäft.

Im Nicht-Lebengeschäft konnte die Portefeuillequalität weiter erhöht werden. Ein striktes Kostenmanagement sowie risikoadäquate Tarife schlagen sich in einer guten
Combined Ratio netto (Summe aus Schaden- und Kostensatz) von 99.2 Prozent nieder.

Die Portfolio-Zusammensetzung hat sich im vergangenen Jahr leicht verändert: 53 Prozent der Prämieneinnahmen stammten aus dem Lebengeschäft (Vorjahr: 59 Prozent), 47 Prozent wurden im Nicht-Lebengeschäft erzielt (Vorjahr: 41 Prozent). Während 55 Prozent der Prämien aus der Schweiz stammten (Vorjahr: 62 Prozent), konnten 45 Prozent im Ausland eingenommen werden (Vorjahr: 38 Prozent).

Der Bestand an Kapitalanlagen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2004 um 2 Prozent auf
CHF 26 Mia., wobei die Verlagerung von Aktien zu festverzinslichen Wertpapieren anhielt. Der Nachteil niedriger Renditen wurde durch einen planbaren, konstanten Mittelzufluss der Zinserträge sowie tiefere Risiken mehr als ausgeglichen.

Sehr gute Eigenkapitalrendite
Das Eigenkapital erhöhte sich in der Berichtsperiode um CHF 0.26 Mia. auf CHF 1.42 Mia.
(+22.7 Prozent). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Bewertungsmarge auf den festverzinslichen Anlagen von rund CHF 471 Mio. entsprechend ihrer Bewertung nach Amortized Cost nicht im Eigenkapital enthalten ist, sondern eine stille Reserve in den Kapitalanlagen darstellt. Die Eigenkapitalrendite konnte von 8.4 Prozent auf ausgezeichnete
12.3 Prozent gesteigert werden. Im letzten Dezember wurde das Eigenkapital mittels einer genehmigten Kapitalerhöhung um CHF 295 Mio. erhöht. Dieses neue Kapital wird zur Unterstützung des zukünftigen organischen Wachstums und zur Sicherung der strategischen Flexibilität für allfällige Akquisitionen von Versicherungsportfolios oder Übernahmen verwendet. Im Weiteren ermöglicht das zusätzliche Kapital der Gruppe, ihre Risikofähigkeit zu verbessern und weiterhin eine diversifizierte Anlagepolitik zu verfolgen. Zudem verbessert die Kapitalerhöhung die Solvenz der Gruppe. Auf der anderen Seite musste das Eigenkapital infolge einer Änderung des Rechnungslegungsstandards Swiss GAAP FER sowie aufgrund der «Legal Quote» mit CHF 173.6 Mio. belastet werden.

Auf Strategiekurs
Obwohl das Geschäftsjahr 2004 von vielen positiven Faktoren profitieren konnte, sind wir zuversichtlich, bei einem guten Schadenverlauf, einer stabilen Verfassung der Kapitalmärkte sowie einem verbesserten regulatorischen Umfeld weiterhin einen angemessenen Ertrag zu erwirtschaften. Dabei werden wir uns auch in Zukunft auf unsere Stärken im Versicherungsgeschäft – Glaubwürdigkeit, Kostenkontrolle und Portefeuillequalität – konzentrieren und dank unserer klaren Strategie, einer konsequenten Konzentration auf die Kernkompetenzen sowie der kontinuierlichen Optimierung der Geschäftsprozesse ein nachhaltig profitables Prämienwachstum erzielen.

Der Erfolg der Helvetia Patria ist in erster Linie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken. Ohne ihr Engagement, ihre Motivation und Begeisterungsfähigkeit wäre vieles undenkbar. Dank ihres Einsatzes befindet sich die Helvetia Patria in einer ausgezeichneten Verfassung. Ich möchte mich deshalb für ihre Leistungsbereitschaft, ihr Mitdenken und Mithandeln herzlich bedanken. Ich danke aber auch unseren Kunden und Geschäftspartnern für ihre Treue sowie unseren Aktionärinnen und Aktionären für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen.

Freundliche Grüsse

Unterschrift Erich Walser (Text)

Erich Walser
Präsident des Verwaltungsrates
und Vorsitzender der Geschäftsleitung


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