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Versicherungsrisiken

Risiko wird als Abweichung von der geplanten Entwicklung verstanden.

Versicherungsrisiken im Nicht-Lebengeschäft
Versicherungsrisiken entstehen durch die Zufälligkeit des Eintritts eines versicherten Ereignisses (Versicherungsnehmer-Fall) und der Ungewissheit über die Höhe der sich daraus ergebenden Forderung.

Für noch nicht eingetretene, durch bestehende Verträge gedeckte Versicherungsfälle (prospektive Risiken) entsteht über ein Portfolio von vielen gleichartigen Versicherungsverträgen ein Risikoausgleich, der das Risiko mindert (Diversifikation). Die gezielte Fokussierung der Helvetia Patria auf ein geografisch diversifiziertes Portfolio mit grösstenteils kleinen Risiken (Privatkunden und KMU) unterstützt den Risikoausgleich und mindert das Gesamtrisiko. Für bereits eingetretene Versicherungsfälle besteht ein Risiko, dass Ausmass oder Anzahl der Forderungen die Erwartungen übertreffen und die gebildeten Rückstellungen für zukünftige Schadenszahlungen nicht ausreichen (retrospektive Risiken). Die Gruppe begegnet diesen Risiken durch aktuarielle Kontrolle, angemessene Reservierung und Diversifikation.

Zusätzlich zu diversifizierenden Risiken treten aber auch Risikokonzentrationen, zum Beispiel einzelne Grossrisiken, und Risikokumulierungen, beispielsweise in Form portfolioübergreifender Exponierung gegenüber Naturkatastrophen, auf. Solche Risikopotenziale werden, gruppenweit koordiniert, durch Rückversicherung abgesichert. Die zentrale Einheit «Gruppenrückversicherung» sichert dazu die einzelnen Geschäftseinheiten mit einem individuellen Rückversicherungsprogramm ab und kauft ihrerseits, unter Berücksichtigung von gruppenweiten Diversifikationseffekten, den notwendigen Schutz am Rückversicherungsmarkt ein. Die so betriebene Absicherungspolitik erlaubt ein hohes Sicherheitsniveau bei moderaten Kosten.

Versicherungsrisiken im Lebengeschäft
Das Gruppenaktuariat des Lebengeschäfts verwendet eine Vielzahl aktuarieller Methoden, um bestehende wie neue Produkte im Hinblick auf Zeichnungspolitik, Reservierung und risikogerechte Tarifierung zu überwachen. Retrospektiv ausgerichtete Methoden vergleichen die ursprünglichen Erwartungen mit tatsächlichen Entwicklungen. Prospektive Methoden erlauben den Einfluss neuer Trends frühzeitig zu erkennen und zu analysieren. Die meisten dieser Berechnungen integrieren die Analyse von Parameter-Sensitivitäten, um die Auswirkungen ungünstiger Entwicklungen von Anlagerenditen, Sterblichkeitsraten, Stornoraten und anderen Parametern zu überwachen. Insgesamt steht damit ein wirkungsvolles Instrumentarium zur Verfügung, um adversen Entwicklungen frühzeitig und proaktiv zu begegnen.

Ergänzend dazu wird Rückversicherung zur Absicherung von Sterblichkeits- und Invaliditätsrisiken eingesetzt.


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